No 297 mai 2019

Info Patronale

No 297 mai 2019

In naher Zukunft werden wir uns zu den wohl wichtigsten Abstimmungsvorlagen der letzten Jahre äussern können. Am 19. Mai und am 30. Juni wird das Freiburger Stimmvolk insgesamt über drei verschiedene steuerliche Vorlagen abstimmen, die eng miteinander verbunden sind und bedeutende soziale Massnahmen beinhalten. Dabei geht es um nicht weniger als um die Standortattraktivität der Schweiz bzw. um unsere Arbeitsplätze und damit um unseren Wohlstand.

Als eine linke Koalition um die Bewegung ATTAC das Referendum gegen das kantonale Gesetz über die Umsetzung der Freiburger Steuerreform einreichte, wurde, angesprochen auf die Ausgangslage vor dem Referendum, Berthold Brecht mit folgenden Worten zitiert: « Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren » (FN vom 29. März 2019). Sollte am 30. Juni die kantonale Steuervorlage abgelehnt werden, wird es aber keine Gewinner, sondern nur Verlierer geben. Das würde bedeuten, dass der Unternehmenssteuersatz im Kanton Freiburg auf 19,86 % verbleiben würde. Diesbezüglich sollte bedacht werden, dass der Kanton Waadt seinen Steuersatz am 1. Januar 2019 bereits auf 13,79 % gesenkt hat. Wäre der Kanton Freiburg steuerlich noch konkurrenzfähig ? Wohl kaum, beabsichtigen doch ebenfalls die Kantone Neuenburg, Genf, Basel oder jene der Innerschweiz ihre Steuersätze auf unter 14 % zu senken. Die Konsequenzen wären unweigerlich Sitzverlagerungen oder Abwanderungen von Unternehmen und das Ausbleiben von Neuansiedlungen.

Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die Sitzverlegung des Unternehmens BioRad im Jahre 2017 von der Freiburger Gemeinde Cressier nach Basel. Resultat : ein Verlust von 45 % der Steuereinnahmen für die Gemeinde Cressier.

Wer die Wirtschaft kontinuierlich bekämpft, sollte sich einmal die Frage stellen, woher die Arbeitsplätze und die Steuereinnahmen stammen, wer die Sozialversicherungen (mit)finanziert und die finanziellen Mittel für den so oft gepriesenen « Service publique » aufbringt. Es sind dies mehrheitlich die Unternehmen und Arbeitgeber, die Arbeitsplätze und damit die Basis unseres Wohlstands schaffen. 

Die vorliegende Steuerrevision ist angemessen, ausgewogen und fair. Ich bin zudem der festen Überzeugung, dass bei einem Nein zur eidgenössischen und kantonalen Steuervorlage die Kosten weit höher ausfallen würden als bei einer Annahme der Abstimmungsvorlagen. Am 19. Mai und am 30. Juni werden nämlich entscheidende Weichen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unseres Kantons und unseren zukünftigen Wohlstand gestellt.

Übrigens, am 30. Juni geht es im Rahmen des Gesetzes über die Ausübung des Handels um eine weitere wirtschaftliche Rahmenbedingung, nämlich um eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten am Samstag bis um 17.00 Uhr. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet und der Tatsache, dass der Kanton Freiburg in absehbarer Zeit der einzige Kanton in der Schweiz sein wird, in dem die Einkaufsgeschäfte am Samstag bereits um 16.00 Uhr die Türen schliessen müssen, ist es endlich an der Zeit, mit der Konkurrenz gleichzuziehen.

Setzen wir unseren Kanton nicht ins Abseits und legen am 19. Mai und am 30. Juni ein bzw. drei Mal ein überzeugtes JA in die Urnen.

Reto Julmy, Direktor

Informationen
  • infopatronale
  • 23 Apr 2019
Events

Events

Entdecken Sie die kommenden Veranstaltungen des UPCF und seine Partner in Ihrer Nähe.

Weitere Informationen +
Arbeitgeberverband

Kontakt

Weitere Informationen +
Arbeitgeberverband

Partner

Der Kanton Freiburg hat die Besonderheit über zwei über- und zwischenbetriebliche AHV-Kassen und berufliche Vorsorgekassen

Weitere Informationen +