nr 284 März 2017

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nr 284 März 2017

Zuerst etwas Erfreuliches. Vom 31. Januar bis am 5. Februar fand die sechste Ausgabe von START! Forum der Berufe 2017 im Forum Freiburg statt. Mit über 25'000 Besucherinnen und Besuchern war auch diese Ausgabe ein grosser Erfolg. Nicht weniger als 90 Aussteller haben dem Publikum rund 270 verschiedene Berufe sprich Lehrlingsausbildungen sowie zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten präsentiert.

Ein ganz spezieller Dank gebührt den Ausstellern insbesondere den verschiedenen Berufsverbänden, die mit viel Engagement und Kreativität ihren Berufsstand präsentiert haben. In diesem Zusammenhang möchte ich es nicht versäumen, den Organisatoren und den Betreibern des Standes „Metall und Technik“ ganz herzlich zum Gewinn des Preises für den besten Stand zu gratulieren!

Man kann es nicht oft genug betonen, die Lehrlingsausbildung in der Schweiz ist ein Erfolgsmodell und ein höchst attraktiver Weg, um in die Berufswelt einzusteigen. Wer denkt, dass die Lehrlingsausbildung eine Sackgasse ist, irrt gewaltig. Heute stehen den Absolventen einer Berufslehre zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Mit einer Berufsmaturität öffnen sich die Türen zahlreicher Fachhochschulen und über eine sog. Passerelle kann sogar ein Universitätsstudium in Angriff genommen werden.

Sehr erfreulich war auch das Abstimmungsresultat zur Schaffung eines Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr (NAF). Volk und Stände haben am 12. Februar 2017 die Vorlage mit 61,9% angenommen. Damit wird sichergestellt, dass das Verkehrsnetz und der Agglomerationsverkehr in der ganzen Schweiz verbessert und ausgebaut werden kann und zwar analog zur Bahninfrastruktur. Der Bund kann nun Betrieb, Unterhalt und Ausbau der Nationalstrassen sicherstellen und Agglomerationsprojekte auch in Zukunft finanziell ausreichend unterstützen. Vor allem können nun endlich die Projekte in Angriff genommen werden, um die längst bekannten Engpässe auf unseren Nationalstrassen zu beseitigen. Denn nicht zuletzt ist unsere Wirtschaft auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen.

Weit weniger erfreulich war das Abstimmungsresultat zur Unternehmenssteuerreform III. Das Schweizer Stimmvolk hat die Vorlage mit 59,1% abgelehnt. Die Schweiz hat es verpasst, sein Steuersystem an den internationalen Standards auszurichten und dabei ein wettbe­werbs­fähiges und attraktives Steuersystem zu schaffen. Vor allem ist zu bedauern, dass in Sachen Steuern nach wie vor Unsicherheit besteht. Eine Situation, die den Unternehmen wenig behagt und letztlich dazu führt, dass Investitionen aufgeschoben werden. Jetzt ist der Bundesrat und die Politiker aller Parteien gefordert, so rasch als möglich einen neuen Anlauf zu nehmen sprich eine konsensfähige Unternehmenssteuerreform IV zu präsentieren. Dabei stehen vor allem die Parteien in der Pflicht, die gegen die USR III waren und dabei eine rasche Neuauflage der Unternehmenssteuerreform in Aussicht gestellt haben...

Ich erlaube mir an dieser Stelle dazu aufzurufen, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Land Sorge zu tragen. Die Annahme der Minder- und der Masseneinwanderungs­initiative, das neue Raumplanungsgesetz und jetzt die Ablehnung der Unternehmenssteuer­reform III bewirken eine kontinuierliche Verschlechterung unserer Rahmenbedingungen oder führen bei den Wirtschaftsakteuren zumindest zu einer Rechtsunsicherheit. Eine Tendenz die auch im Ausland wahrgenommen wird. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass in den letzten fünf Jahren die Ansiedlungen ausländischer Unternehmen in der Schweiz und die Investitionstätigkeit im Allgemeinen deutlich zurückgegangen sind. Unser Wohlstand beruht insbesondere auf gut ausgebildeten Arbeitskräften und attraktiven Rahmenbedingungen. Tragen wir also Sorge zum Schweizer Erfolgsmodell.

Reto Julmy, Direktor UPCF

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  • 15 Mär 2017

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