Nr 281 November 2016

Info Patronale

Nr 281 November 2016

 

Chaos oder durchdachte Energiepolitik ?

Am 27. November werden wir an die Urne gerufen, um zur Volksinitiative „Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie“ der Grünen Stellung zu nehmen. Die Initiative verlangt eine Laufzeitbeschränkung der Kernkraftwerke von 45 Jahren. Gemäss diesem Kalender müssten 2017 die ersten drei Kraftwerke (Beznau I + II sowie Mühleberg) vom Netz genommen werden. Gösgen würde 2024 und Leibstadt 2029 folgen.

Anstatt die vorgesehene Energiestrategie 2050 zu unterstützen, welche bereits einen Ausstieg aus der Atomenergie vorsieht, dabei aber die Sicherheit der Installationen und die betroffenen Betreiber berücksichtigt, konfrontieren uns die Grünen mit einer chaotischen Sofortabschaltung, die nichts mit einem geordneten Ausstieg zu tun hat. Der Bundesrat und das Bundesamt für Justiz kamen zum Schluss, dass eine einheitliche und starre Maximalbetriebsdauer einen Eingriff in die Eigentumsgarantie darstellt und somit eine Entschädigungspflicht nach sich ziehen kann, welche Kosten in Milliardenhöhe erzeugen würden.

Vor allem würden wir unsere Unabhängigkeit verlieren und unsere Versorgungssicherheit aufs Spiel setzen.  Denn jene 40 % unserer Stromproduktion, welche heute von den Kernkraftwerken produziert werden, müssten durch Importe aus dem Ausland ersetzt werden. Dabei stünden uns folgende Alternativen zur Wahl: Atomstrom aus Frankreich, Strom aus deutschen Kohlekraftwerken, österreichischen oder italienischen Strom aus Kohle, Erdöl oder Gas. Diese Alternativen verbessern weder die CO2-Effizienz, noch sind sie ökologisch vertretbar, ganz im Gegenteil.

Vermehrte Stromimporte sind momentan auch politisch äusserst heikel. Ein vermehrter grenzüberschreitender Stromaustausch setzt eine solide Anbindung an den europäischen Strommarkt voraus. Dies erfordert ein bilaterales Abkommen mit der EU. Es ist heute schwer zu sagen ob, wann, und in welcher Form ein solches zustande kommen soll.

NEIN zum geordneten Ausstieg aus der Atomenergie. Er ist verantwortungslos, gefährdet unsere Unabhängigkeit und erzeugt Kosten in Milliardenhöhe.

Daniel Bürdel, Stv. Direktor UPCF

 

 

Informationen
  • infopatronale
  • 15 Nov 2016
Weiterbildungen

Weiterbildungen

Alle unsere Kurse auf einen Blick.

Weitere Informationen +
Arbeitgeberverband

Was macht ein Verbandssekretär?

Weitere Informationen +