Nr 274 Februar 2016

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Nr 274 Februar 2016

Nachfolgeregelung – ein komplexer und meist langwieriger Prozess

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass sich in der Schweiz in den nächsten 5 Jahren jedes vierte KMU mit der Frage der Nachfolgeregelung auseinanderzusetzen hat (z.B.: Credit Suisse + Universität St. Gallen, 2013). Für den Kanton Freiburg bedeutet dies, dass sich in den nächsten Jahren über 2'000 Unternehmen mit insgesamt 25'000 Arbeitsplätzen nach einem neuen Eigentümer Ausschau halten müssen.

Eine Nachfolgeregelung ist nicht nur ein komplexer, sondern meist auch ein langwieriger Prozess, der häufig unterschätzt wird. Nicht selten braucht es mehrere Monate oder Jahre, bis ein neuer Eigen­tümer gefunden wird. Wird die Nachfolgeregelung zu spät in Angriff genommen, so kann dies zum Scheitern der Nachfolge und damit zur Liquidation des Unternehmens führen. Ein Scheitern einer jeden Nachfolgeregelung bedeutet nicht nur ein Verlust an wirtschaftlicher Wertschöpfung, sondern führt auch zum Abbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die heutigen Patrons auf eine frühzeitige Nachfolgeregelung zu sensibilisieren.
Vor diesem Hintergrund organisiert der Freiburgische Arbeitgeberverband in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Relève PME im April vier „Ateliers“, die sich sowohl an Patrons, die ihr Unternehmen verkaufen wollen, als auch an zukünftige Eigentümer richten, die ein Unternehmen übernehmen möchten.

Im Zusammenhang mit einer Nachfolgeregelung sind zahlreiche Fragen zu beantworten. So stellen sich Fragen beim abtretenden Eigentümer zu seiner Zukunftsplanung, zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. des effektiven Austritt aus dem Unternehmen, zur Unternehmensbewertung, zu steuerlichen Konsequenzen und nicht zuletzt zur Unternehmensfinanzierung. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Bürgschaftsgenossenschaft Westschweiz bzw. Bürgschaft Freiburg hinweisen, in dessen Verwaltungsrat der Freiburgische Arbeitgeberverband vertreten ist. Die Unterstützung von Nachfolge­regelungen ist nämlich ein erklärtes Ziel der Bürgschaftsgenossenschaft. Kann bei einer Übernahme nur ein Teil des erforderlichen Eigenkapitals aufgebracht werden, so führt eine Bürgschaft in den meisten Fällen dazu, dass die Bank den erforderlichen Kredit zur Übernahme des Unternehmens trotzdem gewähren kann. Zurzeit ist die Bürgschaftsgenossenschaft in der Lage, einen Bankkredit von maximal CHF 500'000 abzusichern. Die politischen Kammern in Bern haben jedoch über die Motion Comte zu befinden. Dabei geht es um die Erhöhung der Maximalbürgschaft von CHF 500'000 auf CHF 1 Million. Der Ständerat hat dieser Motion bereits zugestimmt. Im Sinne unserer KMU bleibt zu hoffen, dass der Nationalrat zur selben Einsicht wie der Ständerat gelangt und der Erhöhung der Maximalbürgschaft ebenfalls zustimmt.

Reto Julmy, Direktor UPCF

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  • 01 Feb 2016

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