No 291 Mai 2018

Info Patronale

No 291 Mai 2018

Der zweite Wahlgang der Ersatzwahl um den freiwerdenden Sitz im Freiburger Staatsrat hat am 25. März mit der Wahl des FDP-Kandidaten Didier Castella klare Verhältnisse geschaffen. Dieses erfreuliche Resultat ist mit der Erwartung verbunden, dass auch in Zukunft den wirtschaftlichen  Anliegen die nötige Beachtung geschenkt wird.

Am 10. Juni werden wir erneut an die Urne gerufen, um über zwei eidgenössische und eine kantonale Vorlage abzustimmen.

Die Initianten der komplexen und nur schwer verständlichen Vollgeldinitiative verheissen uns so einiges. So wird uns versichert, dass unsere Gelder vor zukünftigen Finanzkrisen in Sicherheit wären und dass das neu geschaffene Geld der SNB dem Bund, den Kantonen und der Bevölkerung schuldfrei und ohne Gegenleistung sprich gratis verteilt werden soll. Ein wahrlich verlockendes Versprechen. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass es hierfür einer radikalen Systemänderung unseres Finanzsystems bedarf, lässt dies aufhorchen. Wenn man zudem bedenkt, dass die Schweiz das weltweit erste Land wäre, das ein derartiges System einführen würde, kippt die anfängliche Freude in höchste Skepsis. Ein neues System einzuführen, das der SNB zusätzliche Kompetenzen vorsieht, dass aber von genau dieser abgelehnt wird, vermag die aufkommenden Zweifel nicht gerade zu besänftigen. In der Tat, die Vollgeldinitiative vermag ein interessantes Gedankenspiel sein, dieses aber in der Realität, in der die einzelnen Finanzsysteme eng miteinander vernetzt sind, umzusetzen, käme einem hochriskanten Balanceakt ohne Auffangnetz gleich.

Weit weniger klar bzw. eindeutig ist die zu vertretende Position gegenüber dem neuen Geldspielgesetz. Einerseits geht es darum, illegale Spiele zu verbieten, den Schweizer Glücksspiel-Anbietern den Weg ins Internet zu ebnen und nicht zuletzt den Sozialwerken, das heisst der AHV und der IV sowie gemeinnützigen Zwecken eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von einer Milliarde zu sichern. Andererseits ist der Preis des neuen Gesetzes eine Zensur bzw. eine Zugangssperre im Internet. Diese Marktbeschränkung wäre ein Präzedenzfall in der heimischen Schweiz. Man fühlt sich hin- und hergerissen: soll der Markt geschützt und damit der Allgemeinheit die Unterstützungs¬milliarde erhalten bleiben oder fühlt man sich eher dem liberalen Wirtschaftssystem verpflichtet? Auch die Kantonale Arbeitgeberkammer hat sich mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt. Letztendlich hat sich eine knappe Mehrheit für das neue Geldspielgesetz ausgesprochen.

Weit weniger umstritten, das heisst unbestritten war das Bauprojekt zur Sanierung und Erweiterung der Kantons- und Universitätsbibliothek. Das durchdachte Projekt, das geradezu ein Paradebeispiel in Sachen verdichtetes Bauen darstellt, vermochte zu überzeugen. In der Hoffnung, dass bei der Vergabe der entsprechenden Arbeiten auch Freiburger Unternehmen zum Zug kommen werden, haben die Mitglieder der Kantonalen Arbeitgeberkammer das Bauprojekt einstimmig unterstützt.

Weitergehende Erläuterungen zu den verschiedenen Abstimmungsvorlagen können Sie der vorliegenden Ausgabe der Info patronale entnehmen.

Zum Schluss noch dies: am 23. August 2018 findet zum zweiten Mal der „Herbstauftakt der Unternehmen“ und die Auszeichnung der besten Freiburger Ausbildungsbetriebe im Forum Freiburg statt. Wir freuen uns ausserordentlich und fühlen uns sehr geehrt, Ihnen als Gastreferent den renommierten Kinderchirurgen und Initiant der Stiftung „Le Petit Coeur“ Prof. Dr. René Prêtre ankündigen zu können. Eine Einladung zu diesem Anlass werden Sie zu gegebener Zeit erhalten.
Wir hoffen, dass unsere Argumente zu den verschiedenen Abstimmungsvorlagen Sie überzeugen werden und wünschen eine vergnügliche Lektüre der vorliegenden Info patronale.

Reto Julmy, Direktor

Informationen
  • infopatronale
  • 29 Mai 2018
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