No 300 Oktober 2019

Info Patronale

No 300 Oktober 2019

Wir freuen uns sehr und sind auch ein wenig stolz, Ihnen die 300. Ausgabe der Info patronale präsentieren zu können. 300 Ausgaben bedeuten eine über 30-jährige Reise durch die Vergangenheit des Freiburger Arbeitgeberverbandes. In diesem Zeitraum wurden unzählige politische Analysen vorgenommen und Abstimmungs- sowie Wahlempfehlungen abgegeben, Abstimmungsergebnisse kommentiert, Berufsverbände vorgestellt, Events dokumentiert und illustriert, juristische Themen beleuchtet, auf aktuelle wirtschaftliche Themen hingewiesen und so manches mehr. Einen kurzen Überblick ausgewählter Themen aus den 300 Ausgaben der Info patronale finden Sie auf den nachfolgenden Seiten.

Kommen wir nun zurück zur politischen Aktualität der letzten Wochen. Am 20. Oktober wurden wir an die Urne gerufen, um das Schweizer Parlament für die nächsten vier Jahre zu wählen. Aufgrund der aktuellen Klimadebatte war von einem Sitzgewinn der grünen Parteien auszugehen.
 
Das Wahlergebnis überraschte aber doch, denn der Nationalrat wurde buchstäblich von einer grünen Welle erfasst. Es war eine historische Wahl bzw. eine Wahl der Rekorde. So hat noch nie eine Partei im Nationalrat 17 Sitze dazugewonnen (Grüne) bzw. 12 Sitze auf einmal verloren (SVP). Erstmals haben 58 Sitze die Partei gewechselt und 84 Frauen wurden in den Nationalrat gewählt, 20 Frauen mehr als bei den letzten Wahlen 2015. Dies entspricht einem Frauenanteil von 42 %, dem zweithöchsten Frauenanteil in Europa hinter Schweden. Zudem ist das Parlament mit einem Durchschnittsalter von 49 Jahren so jung wie nie zuvor.
 
Obwohl die Grünen und die Grünliberalen einen historischen Sieg errungen haben, bleibt der Nationalrat mehrheitlich bürgerlich. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass in einigen Kantonen die Gewinne der Grünen zu Lasten der SP gehen. Obwohl sich die Parteilandschaft nach den Wahlen wesentlich verändert hat, bleibt die SVP auf nationaler Ebene die stärkste Partei, dies trotz der verzeichneten Verluste. Umweltanliegen lassen sich also nicht ohne bürgerliche Unterstützung durchsetzen. Dies sollte dafür sorgen, dass im Bereich der Umweltpolitik dem Begehren nach Verboten und neuen unverhältnismässigen Abgaben Einhalt geboten werden sollte. Die Frage sei erlaubt, wie sich die neue Zusammensetzung des Nationalrats auf wichtige politische Fragestellungen insbesondere auf das Europa-Dossier und damit auf die bilateralen Verträge mit der EU auswirken wird.
 
Im Kanton Freiburg forderte der grüne Wahlsieg mit der Abwahl von Jean-François Rime ein prominentes Opfer. Nach Jean-François Rime, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), wurde im Kanton Zürich auch der Direktor
des SGV, Hans-Ulrich Bigler abgewählt. Ein herber Schlag für den SGV oder die Chance für eine Neuorientierung.
 
Ob sich diese Tendenzen im Ständerat wiederholen werden, wird sich im Kanton Freiburg erst nach dem zweiten Wahlgang am 10. November, das heisst nach Redaktionsschluss der Info patronale zeigen.
 
Ein Entscheid des Freiburger Grossen Rates anlässlich seiner diesjährigen September-Session war besonders erfreulich, nämlich die einstimmige (!) Annahme der Änderung des Gesetzes über die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt (BAMG). Bei der Änderung des Gesetzes geht es um die Einführung und Verschärfung von Massnahmen und Sanktionen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit, die in idealer Art und Weise den Baustellen- bzw. Berufsausweis ergänzen. Mit diesen Massnahmen soll letztlich ein fairer und gesunder Arbeitsmarkt gewährleistet werden. Dass der Änderungsantrag zum BAMG ohne Gegenstimme und Enthaltungen angenommen wurde, ist ein klares überparteiliches Zeichen gegen die Schwarzarbeit. Jetzt gilt es, das Gesetz rasch umzusetzen und entschieden gegen die Schwarzarbeit vorzugehen. Eine ausführliche Erläuterung der Gesetzesrevision finden Sie im juristischeTeil der Info patronale.
 
Nun wünsche ich Ihnen einen stimmungsvollen Herbst und eine spannende wie auch überraschende Lektüre der Jubiläumsausgabe der Info patronale. 
Informationen
  • infopatronale
  • 13 Nov 2019
Arbeitgeberverband

Sozialversicherung

Die CIFA ist eine von 6 Agenturen der AHV-Kasse des Verbandes der Westschweizer Unternehmen und ist gemessen am Beitragsvolumen die grösste Zwischenbetriebliche Ausgleichskasse in unserem Land.

Weitere Informationen +
Arbeitgeberverband

Kontakt

Weitere Informationen +