«Der Kanton muss gezielt dort eingreifen, wo die lokale Wirtschaft einen Bedarf hat»

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«Der Kanton muss gezielt dort eingreifen, wo die lokale Wirtschaft einen Bedarf hat»

Diese Woche wurden im Grossen Rat des Kantons Freiburg bei den Diskussionen, die den Wiederankurbelungsplan betreffen, zahlreiche Aspekte behandelt. Angefangen mit den 25 Massnahmen, die darin vorgesehen sind, bis zu den Härtefällen. Daniel Bürdel, Abgeordneter im Grossen Rat und stellvertretende Direktor des Freiburger Arbeitgeberverbands, hat sich persönlich für diese Themen engagiert. Interview.

Sind Sie mit dem Wiederankurbelungsplan zufrieden, so wie er vom Grossen Rat angenommen wurde?

Ja, der Plan ist sicherlich nicht perfekt, aber er enthält Massnahmen, die unserer Wirtschaft helfen werden. Konkret geht es dabei um 22 Millionen, die der Bauwirtschaft zugutekommen, die Massnahmen zugunsten der Berufsbildung, oder auch die zusätzliche Unterstützung des Einzelhandels mit der Weiterführung der Plattform Kariyon; all dies sind unterschiedliche Mittel, um die regionale Wirtschaft zu stimulieren.

Hinsichtlich der Massnahmen, die auf die Unternehmen abgestimmt sind, habe ich mich dafür eingesetzt, dass sowohl die Industrie wie auch die Handels- und Handwerksbetriebe Gutscheine für Digitalisierung und Automation nutzen können.

Dank Ihrem Engagement in Zusammenarbeit mit Ihrer Kollegin Nadine Gobet wurden, im Rahmen des Wiederankurbelungsplans, der Freiburger Gastronomie drei zusätzliche Millionen zugesprochen. Welche Auswirkungen wird dieser Betrag insbesondere auf diesen Sektor haben?

Zahlreiche Gaststätten befinden sich aufgrund der zwischen März und Mai verordneten Schliessungen in Schwierigkeiten. Obwohl der Sommer recht günstig verlaufen ist, stehen ein schwieriger Herbst und Winter bevor. Dann werden die gesundheitlichen Einschränkungen sowie all die Jahresabschlussessen und Firmenfeiern, die fast alle abgesagt wurden, spürbar.

Die Härtefälle sind intensiv besprochen worden. Wie haben Sie sich dazu engagiert?

Es ist sehr wichtig, dass der Staat über einen Fonds verfügt, um besonders in Mitleidenschaft gezogene Branchen wie die Gastronomie, unterstützen zu können. Der FAV hat sich im Verlauf der vergangenen Monate gemeinsam mit GastroFribourg und der Fédération Patronale et Economique (FPE) für eine Lösung eingesetzt, die für die Gaststätten, die schwere Umsatzverluste erleiden, eine Ausgleichszahlung ermöglicht.

Geht Ihrer Meinung nach das Kantonsparlament weit genug, um die Härtefälle abzufangen?

Ja, momentan stehen ausreichend Mittel zur Verfügung. Der Grosse Rat hat beschlossen, die Unterstützung für Härtefälle von 5 Millionen auf 15 Millionen zu erhöhen. Wir können jedoch unmöglich sagen, an welchem Punkt der Krise wir uns befinden. Es ist Aufgabe des Staatsrats die Entwicklung unserer Wirtschaft in den kommenden Monaten ebenso aufmerksam zu verfolgen, wie die am stärksten betroffenen Branchen und gegebenenfalls die Unterstützung anzupassen oder zu erhöhen.

Weshalb ist es wichtig, zusätzlich zu den schweizweiten Massnahmen auch kantonale zu ergreifen?

Der Kanton muss sein Eingreifen gezielt dorthin richten, wo die lokale Wirtschaft einen Bedarf hat. Die Kriterien des Bundes, die oftmals recht unklar sind, könnten sich als zu enggefasst herausstellen, damit bestimmte hilfsbedürftige Freiburger Betriebe, die Unterstützung erhalten können.Mit der zur Verfügung gestellten Lösung, verfügt der Staatsrat über die notwendigen Mittel, um den spezifischen Bedürfnissen des Kantons gerecht zu werden.

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  • 16 Oktober 2020

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